Bereich: Umwelt & Artenschutz
Ort: Alter Plattenweg im Tagebau, Verbindungstrasse zwischen geplantem Abbaugebiet (Zettweil/Spora) und Neuposa/Kleinröda
Beobachtung: Fasanhenne mit mehreren Küken auf einem alten Betonplattenweg im Randbereich der Sandgrube
Der Fasan (Phasianus colchicus) ist ein typischer Bodenbrüter strukturreicher Agrar- und Offenlandschaften. Er nutzt Randstrukturen, Brachen, Hecken, Wiesenränder und Übergangsbereiche zwischen Acker und Grünland als Brut- und Aufzuchtgebiet. Während der Brut- und Aufzuchtzeit (Frühjahr bis Sommer) sind Gelege und Jungtiere besonders störungsanfällig.
Auf einem alten Betonplattenweg im Tagebau, der als wenig genutzte Ausfahrtstrasse dient, wurde eine Fasanhenne mit mehreren Küken beobachtet. Die Tiere bewegten sich ruhig über die Platten und nutzten die dicht bewachsenen Randbereiche mit Kräutern, Wicken, Gräsern und kleinen Sträuchern als Deckung. Dahinter schließen sich typische Tagebau-Randstrukturen mit kleinen und mittleren Bäumen, Kieselsteinen und Rohbodenbereichen an.
Die Beobachtung zeigt, dass der Plattenweg und seine unmittelbare Umgebung als funktionaler Brut- und Aufzuchtbereich für Bodenbrüter genutzt werden. Fasanhennen legen ihre Gelege bodennah im dichten Bewuchs an. Die Jungtiere sind Nestflüchter, die in den ersten Lebenswochen bei Gefahr instinktiv Deckung im nahen Saumstreifen suchen oder sich flach an den Boden drücken, anstatt aufzufliegen. Sie reagieren damit extrem empfindlich auf plötzliche Störungen durch Baustellenverkehr, schwere Maschinen oder bauliche Eingriffe.
Da der Weg eine direkte Verbindung zwischen dem neu geplanten Abbaugebiet und den bestehenden Bereichen bei Neuposa/Kleinröda darstellt, ist der Nachweis reproduzierender Populationen im Rahmen des allgemeinen Artenschutzes gemäß § 39 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) planungsrelevant. Eingriffe, ein Ausbau der Trasse oder eine drastisch verstärkte Nutzung während der sensiblen Brut- und Aufzuchtphase (März bis August) können Fortpflanzungsstätten direkt beeinträchtigen. Dies erfordert im Zuge von Zulassungsverfahren strikte naturschutzfachliche Vorgaben, wie beispielsweise saisonale Bauzeitenbeschränkungen.
Die Kombination aus Plattenweg, Randvegetation, Kieselbereichen und angrenzender Gehölzstruktur schafft ein kleinteiliges, strukturreiches Habitat. Solche Übergangsbereiche bieten typischerweise Deckung, Nahrung und Rückzugsräume für verschiedene Tierarten, insbesondere für bodennahe und störungsempfindliche Arten.