Bereich: Gewässerökologie & Naturschutz
Ort: Alte, baumbewachsene Teiche im Flächennaturdenkmal „Drusen“ (Zuständigkeit: Untere Naturschutzbehörde LRA Altenburger Land)
Bild 1: Gesamtübersicht der Teichfläche
Die freie Wasserfläche zeigt das Ausmaß des ökologischen Zusammenbruchs: zahlreiche verendete Fische, milchige Trübung und eine dichte Kahmhaut.
Bild 2: Detailaufnahme der Wasseroberfläche
Die Nahaufnahme verdeutlicht die bakterielle Kahmhaut und die hohe Dichte der verendeten Fische im instabilen Wasserfilm.
Bild 3: Situation im flachen Uferbereich
Auch im flachen Uferbereich unter dem Bewuchs liegen zahlreiche tote Fische. Hier setzt bereits der Verwesungsprozess ein.
Die Teiche im Flächennaturdenkmal „Drusen“ besitzen keine oberirdischen, kontinuierlichen Fließgewässerzuläufe (wie Bäche). Der dauerhaft hohe Wasserstand und der beobachtete Überlauf sprechen für einen diffusen Grund- und Schichtenwasserzutritt aus dem umliegenden Gelände. Aufgrund der Lage der Teiche unterhalb höherliegender Feldflächen ist ein unterirdischer Hangwasserzufluss hydrologisch plausibel. Zusätzlich gelangen bei Niederschlagsereignissen oberflächliches Flächenwasser der Agrarflächen sowie Wasser aus den angrenzenden Straßengräben in das Teichsystem. Die Kombination aus geringer Tiefe, diffusem Wasserzutritt und episodischen Nährstoffeinträgen macht die Gewässer besonders empfindlich gegenüber sommerlicher Hitze und biochemischen Kippreaktionen.
Am 05.07.2026 wurde ein massives Fischsterben festgestellt. Die Wasseroberfläche zeigte eine dichte, weißlich-schmierige Kahmhaut, begleitet von milchiger Trübung und starkem Verwesungsgeruch. Der Zustand deutet auf einen akuten biologischen Zusammenbruch des Gewässers hin.
Die Kombination der beobachteten Merkmale spricht für eine hydrologisch-biochemische Kettenreaktion:
Als ausgewiesenes Flächennaturdenkmal unterliegt der Bereich dem gesetzlichen Verschlechterungsverbot. Ein ökologisches Kippen gefährdet die geschützten Zielarten des Schutzgebietes und ist sowohl naturschutz- als auch wasserrechtlich relevant. Diffuse Nährstoffeinträge aus der Umgebung können die Funktionsfähigkeit des Schutzgebietes dauerhaft beeinträchtigen.
Fachlich angezeigt sind Wasseranalysen (Sauerstoffgehalt, Nitrat-, Phosphat-, CSB-Werte), um die Ursachen des Schadens zu klären und mögliche Maßnahmen zur Stabilisierung der Gewässer zu prüfen.
Die Beobachtung wurde fotografisch und geografisch (GPS) dokumentiert. Aufgrund der Schwere des ökologischen Schadens und der gesetzlichen Schutzwürdigkeit des Gebietes wurde der Vorgang weiterverfolgt.
Am 09.07.2026 wurde der Vorgang als umweltbezogene Sachverhaltsmeldung an die zuständige Untere Naturschutz- und Immissionsschutzbehörde des Landratsamtes Altenburger Land übermittelt. Das Schreiben dokumentiert die festgestellten Umweltveränderungen und ersucht um eine fachliche behördliche Einordnung. Der Vorgang kann hier eingesehen werden:
➡️ Vorgang: Umweltbezogene Sachverhaltsmeldung an das LRA Altenburger Land